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  Endneolithische Skelettgräber  
     
 

                                                        

 

Weitere Gräberfunde der Jungsteinzeit

 

Anlässlich des Baus der Dietfurter Umgehungsstraße wurden in den Jahren 1997 und 1998 umfangreiche archäologische Ausgrabungen durchgeführt.

Die Untersuchungen der Grabungskampagnen konzentrierten sich in diesen Jahren auf die ersten beiden Bauabschnitte zwischen Breitenbrunner Straße und Griesstetter Straße.

Als älteste Funde wurden hier Gräber der ausgehenden Jungsteinzeit um ca. 3000 bis 2200 v. Chr. entdeckt. Diese Epoche des Endneolithikums, des spätesten Abschnittes der Steinzeit, ist durch kulturelle Gruppen gekennzeichnet, die ausschließlich Grabausstattungen hinterlassen haben, während dazugehörige Wohnplätze so gut wie unbekannt bleiben.

Zu diesen im Altmühltal bislang nur vereinzelt nachgewiesenen Kulturgruppen gehören die Schnurkeramische und die Glockenbecherkultur, die nun mit insgesamt sechs Gräbern dokumentiert werden können.

Die Schnurkeramische Kultur, deren Bezeichnung auf die Verzierungsmuster ihrer Gefäße mit vielen Reihen eingedrückter Schnüre zurückgeht, zeichnet sich durch meist einzeln gelegene Hockerbestattungen in Rückenlage aus. Die West-Ost ausgerichteten Bestattungen blicken nach Süden, wobei die Männer mit dem Kopf im Westen, die Frauen mit dem Kopf im Osten der Grabgrube bestattet werden.

Zu den Grabbeigaben zählen Gefäße mit Schnur- oder Stichverzierung, Äxte und Beile aus Felsgestein, Dolche aus Silex (Feuerstein) sowie diverse Knochengeräte.

In Dietfurt ist die Existenz der Schnurkeramischen Kultur mit vier neuen Gräbern auf der Trasse der Umgehungsstraße erstmals belegt. Neben drei Frauengräbern, die nur wenige Beigaben enthielten, ist vor allem eine beigabenreiche Hockerbestattung eines jungen Mannes besonders zu nennen, dem neben einem unverzierten Gefäß ein Steinbeil, ein Geweihgerät und eine Silexklinge, die als Messer benutzt wurde, beigegeben war.

 

               

 

Die starke Reglementierung im Bestattungsbrauch und auch das Fehlen von zugehörigen Siedlungen verbindet die Schnurkeramiker mit der zeitlich nachfolgenden, ebenfalls endneolithischen Glockenbecherkultur.

Die Glockenbecherkultur wird nach der charakteristischen glockenähnlichen Form bestimmter Gefäßtypen ihrer Keramik benannt.

Die Gräber dieser Kultur sind immer in Nord-Süd-Orientierung angelegt, wobei die Toten in seitlich gehockter Stellung beigesetzt sind. Der Kopf des Mannes befindet sich im Norden der Grabgrube, der der Frau im Süden, so dass die Blickrichtung jeweils nach Osten weist.

Die Gefäße sind meist mit Kerb- und Ritzmustern reich verziert, daneben finden sich auch Henkelbecher und Schalen.

An charakteristischen Beigaben für Männer sind steinerne Armschutzplatten (als Schutz vor der zurückschnellenden Bogensehne), Silexpfeilspitzen sowie Kupfer- und Silexdolche zu nennen.

Hinzu kommen nicht nur für die weibliche Beigabenausstattung auch Schmuck- und Trachtbestandteile wie Perlen, Knöpfe und verzierte oder unverzierte Anhänger aus Geweih oder Eberhauern.

 

 

 

                                                                           

 

Literatur:

Archäologische Ausgrabungen in der Trasse der Ortsumgehung Dietfurt a. d. Altmühl; Josef Gilch, Friedrich Loré, Martin Schaich, Andreas Tillmann;

bau intern Oktober 98; Hrsg. Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern; Verlag Karl M. Lipp, München

 
     
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