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  Eine Siedlung  
     
 

Eine spätmittelalterliche Siedlung

 

Die bereits 1997 begonnenen Ausgrabungen auf der Trasse der geplanten Umgehungsstraße von Dietfurt wurden auch in 1998 ganzjährig fortgesetzt, schwerpunktmäßig im Bereich der nunmehr lokalisierten urnenfelder- und hallstattzeitlichen Siedlung am östlichen Ortsrand von Dietfurt. Während der Untersuchungen in verschiedenen Teilflächen konnte das nördliche Ende der Siedlung etwa in Höhe der Kreuzung ST 2230 / Straße nach Breitenbrunn erfasst werden, im Süden endet die Siedlung in Höhe der Industriestraße. Im Laufe von neun Grabungsmonaten wurden insgesamt über 20 000 m² mit mehr als 2 100 Befunden ausgegraben

 

Am westlichen Ortsrand war bereits im Luftbild eine rechteckige Struktur diffus zu erkennen gewesen, ganz in der Nähe der bereits vor einigen Jahrzehnten ausgegrabenen hallstattzeitlichen Grabhügel Dietfurt-Tennisplatz. Die Vermutung, es könne sich hier um einen dazugehörigen Herrenhof handeln, konnte zwar nicht bestätigt werden, auf der etwa 3000 m² großen Fläche fanden sich jedoch über 600 Verfärbungen, meist Pfostengruben. Anhand der zahlreichen Keramikfunde gelang es, mindestens zwei Besiedlungsphasen nachzuweisen. Die ältere Siedlung datiert in die Hallstattzeit, die jüngere hingegen in das Spätmittelalter, genauer gesagt ins 11./12. Jahrhundert. Überraschenderweise lagen innerhalb des Areals langovale Gruben, die sich im Zuge der Untersuchungen als Teile eines Reihengräberfeldes herauskristallisierten. Bisher konnten 13 Gräber untersucht werden, leider alle ohne Beigaben. Die zeitliche Zuordnung der Bestattungen war auf horizontalstratigraphischem Wege möglich. Einige Pfostengruben der mittelalterlichen Siedlung waren in die Grabgruben eingetieft, in einer Grube stand auf der Sohle ein vollständig erhaltenes Gefäß aus dem 11./12. Jahrhundert. Dies bedeutet, dass der Friedhof wohl schon aufgelassen worden war, als das Dorf entstand, der zeitliche Rahmen sich also zwischen dem Ende der Beigabensitte um die Mitte des 8. Jahrhunderts und vor dem 11. Jahrhundert bewegt. Es erscheint unwahrscheinlich, dass das Dorf unmittelbar nach dem Ende der Belegung gegründet wurde, wohl eher ist davon auszugehen, dass die Begräbnisstätte bereits aus dem kollektiven Bewusstsein entschwunden war, die Gräber vermutlich in die zweite Hälfte des 8. Jahrhunderts bzw. ins 9. Jahrhundert datiert werden dürfen.

 

 

Friedrich Loré M.A.

Bergstraße 25, 92331 Parsberg

 
     
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