Die ersten entdeckten Glockenbechergräber von Dietfurt
Glockenförmige Becher mit bestimmten Verzierungen sind die Leitform der Glockenbecherkultur, die in die Wende vom 3. zum 2. Jahrtausend v. Chr. datiert wird.
Nord-Süd ausgerichtete Hockergräber kennzeichnen ihren Bestattungsbrauch. In diesen Gräbern liegen die Frauen mit dem Kopf im Süden auf der rechten Seite, während die Männer mit dem Kopf im Norden auf der linken Seite liegen. Die Totenhaltung der Glockenbecherleute ist also mit Ausnahme der Ausrichtung ähnlich wie die der vorausgehenden Schnurkeramiker, doch die Beigabenausstattung zeigt andere Wertvorstellungen. Pfeil, Bogen und Kupferdolch treten für den Waffen tragenden Mann an die Stelle von Steinaxt oder Steinbeil.
Im Jahr 1983 wurden am westlichen Ortsrand von Dietfurt a. d. Altmühl erstmals in dieser Region zwei echte Glockengräber entdeckt. Um die erste wie üblich genordete Grabgrube zog sich ein Kreisgraben von 3,5 m Durchmesser. Als Grabbeigaben konnten zwei verzierte Becher, ein Henkelbecher und eine Feuersteinspitze als Überrest der typischen Waffe Pfeil und Bogen geborgen werden.

Verzierte Glockenbecher aus Gräbern bei Dietfurt
Zeichnung S. M. Christlein, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege. In: Bernd Engelhardt, Ausgrabungen am Main-Donau-Kanal / Archäologie im Herzen Bayerns (München 1987)
Die mannslange Grube der zweiten Bestattung, die ebenfalls genordet war, enthielt neben wenigen verbrannten Knochen einen verzierten Glockenbecher, zwei Feuersteinspitzen und als ungewöhnliche Ausnahme für die Glockenbecherkultur drei Steinbeile.
Zusammengefasst aus: Bernd Engelhardt, Ausgrabungen am Main-Donau-Kanal / Archäologie im Herzen Bayerns (München 1987) |