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  Die Siedlung Dietfurt-Schleuse  
     
 

Eine hallstattzeitliche Siedlung und ihr Gräberfeld

 

Die große Siedlung der Urnenfelderzeit findet ihre Fortsetzung auch in der folgenden Zeitperiode. Der Ort im Bereich der Dietfurter Schleuse bestand aus mehreren ungefähr gleich großen Gehöften, deren Besitzer ihre Selbständigkeit gegenüber den Nachbarn durch einen viereckigen Palisadenzaun betonten.

Bei der Innenbebauung gibt es wieder die schon aus der Urnenfelderzeit bekannten Grundrisse aus drei oder vier Dreierpfostenreihen, die zu nach Norden ausgerichteten Häusern gehören.

 

 

Ausschnitt aus dem hallstattzeitlichen Teil der Siedlung im Bereich der Dietfurter Schleuse

 

Zeichnung n. M. Hoppe, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege. In: Bernd Engelhardt, Ausgrabungen am Main-Donau-Kanal / Archäologie im Herzen Bayerns (München 1987)

 

Der Bestattungsplatz am westlichen Ortsrand von Dietfurt wurde schon 1963 und dann wieder von 1979 bis 1981 untersucht. Seine Lage zur Siedlung war in Sichtweite, vom Dorf aber durch einen Wasserlauf getrennt, was typisch für diese Zeitperiode ist.

Mehr als ein Dutzend Hügel, die als Grabmonumente eng zusammengebaut waren, bargen Bestattungen beider Hallstattperioden. Ein isolierter Hügel inmitten des Friedhofes fiel durch seine Sonderstellung auf. In seiner Grabkammer fanden sich Teile eines Pferdegeschirrs und die metallischen Überreste zweier Wagenräder als Kennzeichen eines „Adelsgrabes“.

An den verschiedenen Bestattungen des Dietfurter Gräberfeldes lassen sich die sozialen Abstufungen der Hallstattkultur ablesen. Der Adelsklasse folgte die Schicht der Hofbesitzer, deren Toten reichlich fein gearbeitetes Keramikgeschirr und teilweise Tracht und Waffen beigegeben wurden. Die ärmere Verwandtschaft bekam keine eigenen Grabhügel. Ihre mit wenigen Gefäßen und selten mit Bronze ausgestatteten Gräber liegen am Rand oder zwischen den Grabhügeln der Hofbesitzer.

 

 

Die besondere Rolle des Pferdes als Statussymbol der oberen Gesellschaftsschicht wird nicht nur in den Bestattungssitten, sondern auch in den wenigen bildnerischen Darstellungen der Hallstattzeit deutlich. Im hallstattzeitlichen Teil der großen Siedlung von Dietfurt-Schleuse wurden winzige plastische Tonpferdchen gefunden, die aus dem südlichen Bayern noch nicht bekannt waren.

 

                      

 

Tonpferdchen aus der hallstattzeitlichen Siedlung der Ausgrabung Dietfurt-Schleuse

 

Zeichnung M. Hoppe, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege. In: Bernd Engelhardt, Ausgrabungen am Main-Donau-Kanal / Archäologie im Herzen Bayerns (München 1987)

 

 

Zusammengefasst aus: Bernd Engelhardt, Ausgrabungen am Main-Donau-Kanal / Archäologie im Herzen Bayerns (München 1987)

 

 

 
     
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