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  St. Salvator  
     
 

St. Salvator in Dietfurt - Eine Kapelle aus dem Mittelalter

 

Die so genannte Herrenmühle ist eine kleine Häusergruppe, die zwischen dem Dietfurter Ortskern und der Altmühl an einem der beiden Laberarme liegt. Ihr Name bezieht sich auf das ehemalige Gotteshaus St. Salvator, das in der Säkularisation profaniert wurde und heute ein verfallendes Wohnhaus ist.

 

                      

 

Die in der Säkularisation profanierte Salvatorkirche von Westen

Foto Franz Kerschensteiner

 

Stuckarbeiten und ein zum Teil erhaltenes Fresko an den "Weißdecken" des Obergeschosses verraten die ehemalige Herkunft. Der Ursprung der St.-Salvator-Kirche liegt noch vor dem Bau der Kirche St. Sebald, dem Bau der Klosterkirche und auch dem Bau der Frauenkirche und ist ins Mittelalter zu datieren. Im Jahre 1437 wird sie zum ersten Mal urkundlich in einem Stiftungsbrief erwähnt, und es wird ausdrücklich ein Kaplan an diesem Gotteshaus genannt.

Aus den erhaltenen Rechnungsbüchern des Gotteshauses geht hervor, dass das Gebäude bis zum Jahre 1739 sehr baufällig geworden war. Da das Chorgewölbe auseinanderzuklaffen begann und der Dachstuhl so verfault war, dass er keine fünf Jahre mehr halten würde, beschloss man, die Kirche neu auszubauen. Vermutlich wegen der häufigen Hochwasser hat man den Fußboden angehoben, die Mauern höher geführt und auch das Sakristeigebäude mit einer neuen Decke versehen. Die Kirchentüre wurde zugemauert und neu auf der Töginger Seite gesetzt. Mit dem Innenausbau fand die Renovierung 1740 ihren Abschluss, wobei ein neuer Choraltar aufgestellt wurde und der Maler die Stuckdecke gestaltete und das Fresko malte.

Dies stellt die Geschichte vom Sturm auf dem See Genezareth dar, welche man wohl wegen der häufigen Hochwasser in diesem Teil Dietfurts gewählt hatte. Der Text am Bildrand deutet darauf hin: "Erhalt uns, wür gehen zugrundt."

 

                      

 

An der Weißdecke des Obergeschosses ist ein Teil des Deckenfreskos erhalten. Es beinhaltet den Sturm auf dem See Genezareth

Foto Franz Kerschensteiner

 

Im Zuge der Säkularisation wurde das Gebäude dann verkauft; eine Zwischendecke wurde eingezogen, und aus dem Gotteshaus wurde ein Wohnhaus. Außen sind wenige Verzierungen am Westgiebel erhalten, während innen nur noch der Stuck, das Deckenfresko und einige Verzierungen an die Salvatorkirche erinnern.

 

 

Zusammengefasst nach Franz Kerschensteiner, Die Kapelle St. Salvator "extra muros" in Dietfurt. In: Die Oberpfalz, Heimatzeitschrift für den ehemaligen Bayerischen Nordgau (Kallmünz 1983) Heft 1 (Januar 1983), S. 6-8

 
     
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