Kirche und kirchliches Leben

Diese alte Innenansicht der Stadtpfarrkirche wurde 1940 vom damaligen Stadtpfarrer Benno Meier als Feldpostkarte verschickt. Bei der Renovierung von 1964 wurden die Chorraumausmalung und der Hochaltartabernakel entscheidend verändert.

Innenraum der Klosterkirche vor der Renovierung von 1963/64. Das damalige Hochaltarbild zeigt den hl. Johannes beim Schreiben des Evangeliums. Die beiden Seitenaltäre mit den Bildern der Gottesmutter und des hl. Franziskus befinden sich nicht mehr in der Kirche. Auch der Kreuzaltar an der rechten Seitenwand und die Kanzel (mit Zugang vom Kloster her) sind verschwunden. Der Kirchenboden ist gegen die Winterkälte mit Brettern ausgelegt.

Am 2. Juli 1862 wurden in Griesstetten die neu gefassten Reliquien der „elenden Heiligen“ übertragen. Zur Erinnerung daran fand 1912, also 50 Jahre später, vom 12. bis 14. Juli ein feierliches Gedenken statt. Das Bild zeigt die Aufstellung zur großen Schlussprozession am 14. Juli. Etwa 5000 Menschen wurden auf beiden Seiten der Altmühl gezählt.

Die feierliche Prozession beim Aufgang zur Altmühlbrücke. Den Schrein des hl. Marinus trugen Klerikernovizen des Franziskanerklosters Dietfurt, den Schrein des hl. Zimius Jungfrauen, die Reliquien des hl. Vimius Jünglinge der Stadt Dietfurt.

Der Prozessionsweg war von Griesstetten bis Dietfurt von Tausenden von Besuchern gesäumt. Der Kreuzberg im Hintergrund ist noch nahezu kahl.

Dietfurter Kommunionknaben 1913 oder 1914, wie Erwachsene mit Hut ausgestattet. Der vierte von rechts in der vorderen Reihe ist der spätere Gymnasialprofessor Anton Straßer. Die Mädchen waren scheinbar extra fotografiert worden.

Feierlicher Empfang des Primizianten Anton Straßer, 1930, vor dem Kaufhaus Thoma, später Porstner.

Ein feierlicher Tag für die katholische Pfarrgemeinde war der 18. Mai 1947, die neuen Glocken wurden geweiht. Stadtpfarrer Benno Meier schreibt: ...„Die Freude war unbeschreiblich.... Der größte Wohltäter ist wohl Herr Friedrich Brettner von Köln, der die Glocken kontingentierte mit dem Eisen....Sehr viel hat geleistet an Arbeit und Mühe Herr Anton Mürbeth, Schlossermeister. Sehr viele Pfarrkinder haben die Glocken durch Naturalien flüssig gemacht....“

Am 1. Juli 1951 feierte Pfarrer Hans Thoma seinen Primizgottesdienst auf dem alten Sportplatz neben der Hainsberger Straße.

Feierlicher Empfang des Primizianten Ambros Kapfer vor der Post. Er feierte am 15. Juli 1951 in der Klosterkirche seinen Primizgottesdienst und starb während der Vorbereitung zu seinem 25jährigen Priesterjubiläum am 2. Mai 1976 in Amberg.

Am 1. Februar 1955 wurde Karl Strehle neuer Stadtpfarrer von Dietfurt. Er war der letzte Stadtpfarrer, der durch den Stadtrat gewählt wurde. Das Präsentationsrecht erlosch mit dem Neubau des Pfarrhofes 1975. Karl Strehle steht auf dem Bild vor der Türe des Pfarrhofes.


Eine große Menschenmenge empfing den Neupriester Franz Scherpf vor dem Postamt. Am 3. Juli 1955 feierte er auf dem Marktplatz seinen Primizgottesdienst.

Einen feierlichen Empfang bereitete 1957 die Stadtgemeinde Dietfurt dem Primizianten Michael Brachner (Pater Maurus, OSB). Am 14. Juli feierte er vor der neu erbauten Grundschule seinen Primizgottesdienst.

Am 21. Juli 1957 feierte der Domkapellmeister und Ehrendomherr von Eichstätt Josef Sedlmeier sein goldenes Priesterjubiläum in seiner Vaterstadt. Das Bild zeigt den Empfang durch die Honoratioren der Stadt: Inspektor Schäffer, 1. Bürgermeister Hans Meister, die Stadträte Xaver Pfaller, Adolf Krauser, Anton Gietl und Alfons Oexl.

Gang auf den Friedhof mit Fahnenabordnungen; dabei auch Stadtpfarrer Strehle und Pater Maurus Brachner.

Am 15. August 1969 fand ein bisher einmaliges Ereignis in Dietfurt statt. Auf dem ehemaligen Sportplatz an der Industriestraße wurde Pater Anton Baier vom Missionsbischof Weigl zum Priester geweiht. Zwei Tage später feierte er am gleichen Ort auch seinen Primizgottesdienst.
Aus: Dietfurt a. d. Altmühl - …es war einmal, Text und Bildauswahl Franz Kerschensteiner und Hans Hutter (Horb am Neckar 2004) 3. erweiterte Aufl.
Kirchliche Angelegenheiten

Evangelisch-lutherische Christen waren in Dietfurt stets in der Minderzahl. Doch spielte Argula von Grumbach (1492-1554), die Gattin des damaligen Pflegers von Dietfurt, in der Reformationszeit eine nicht unbedeutende Rolle, als sie mutig Partei für Martin Luther ergriff. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Zahl der Gläubigen durch Vertriebene und Flüchtlinge zu. Die Gottesdienste wurden zunächst in der katholischen Frauenkirche abgehalten. Die Einweihung der eigenen Friedenskirche an der Blumenstraße erfolgte am 21. September 1969.
Pfarrer Gottfried Leuckfeld (Bildmitte) wirkte von 1948 bis 1950. Links Landrat Andreas Handfest (ein Dietfurter) und Erster Bürgermeister Hans Meister.

Ein bedeutendes Ereignis für die Kirchengemeinde war der Besuch des Landesbischofs D. Meiser am 10. Mai 1950. Daneben Max Beck. Der gesamte Stadtrat war bei der Begrüßung anwesend, so ein Aktenvermerk.

Franziskanerkloster Dietfurt a. d. Altmühl. Das Franziskanerkloster, dessen Grundsteinlegung am 11. September 1660 erfolgte, konnte durch die großzügige Grundstücksspende von Bürgermeister Johann Huebmer errichtet werden. Die Aufnahme entstand um 1960. Der Lindenbaum ziert noch heute den Klostervorplatz.

Der Franziskanerbruder Balthasar Werner wurde am 14. April 1887 in Dietfurt geboren. Er starb am 3. Oktober 1943 bei einem Luftangriff im Münchener Mutterhaus St. Anna im Rufe der Heiligkeit. Sein Seligsprechungsprozess ist eingeleitet.

Ständiges Noviziatkloster war das Franziskanerkloster seit 1715 mit einer kurzen Unterbrechung während der Säkularisation. 1961 erfolgten noch 10 Einkleidungen und 11 Professablegungen. Das Bild zeigt eine Einkleidung im Jahre 1951. In der Bildmitte mit weißem Chorhemd den bekannten Pater Magister Klemens.
1965 kam das Ende des Noviziates. Seit 1977 wird das ehemalige Noviziatsgebäude als Teil des Meditationshauses St. Franziskus genutzt. Bereits zehn Jahre nach der Eröffnung zählte man 17000 Besucher.

Die Pfarrkirche war brechend voll, als am 16. Juli 2000 Pfarrer Strehle und Pfarrer Trollmann ihr 50jähriges bzw. 40jähriges Priesterjubiläum feierten. Links Stadtpfarrer Karl Strehle, der am 7. November 1922 in Flotzheim geboren wurde. Er wirkte vom 1. Februar 1955 bis 1992 als Stadtpfarrer in Dietfurt und war der letzte Pfarrer, der vom Stadtrat aufgrund des „Präsentationsrechtes“ ernannt wurde. Der Stadtrat ernannte ihn am 31. Juli 1992 zum Ehrenbürger der Stadt. Am 21. März 2003 verstarb er in Dietfurt.
Rechts Stadtpfarrer Paul Trollmann, geboren am 24. Januar 1933 in Amerbach. Er übernahm am 1. September 1992 die Leitung der Pfarrei St. Ägidius. Dazu kamen später noch die Pfarreien Hainsberg und Staadorf. Im April 2001 musste er aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand gehen. Er verstarb am 6. November 2002 in Berching. Seine letzte Ruhestätte fand er im Friedhof der Stadt Wemding.
Aus: Dietfurt a. d. Altmühl - …es war einmal, Text und Bildauswahl Franz Kerschensteiner und Hans Hutter (Horb am Neckar 2004) 3. erweiterte Aufl. |