Vereine, Feste, Freizeit

Feuerwehr 1905, leider ohne Namen!

Musik und Theater spielten schon vor dem Ersten Weltkrieg eine bedeutende Rolle im gesellschaftlichen Leben Dietfurts. Auf dem Bild eine Theatergruppe der marianischen Jungfrauenkongregation, die von Stadtpfarrer Bachmeier (1907-1916) geleitet wurde.

Ein glanzvolles Ereignis war z. B. auch die Aufführung der Operette „Die Winzerprinzessin am Rhein“ im Jahr 1931. Der zweite (sitzend) von rechts ist der Dirigent und spätere Ehrenbürger von Dietfurt Carl Tratz. Oben: Clement Schmid, Hans Bayer, Hans Hutter, Anton Mürbeth, Max Bauer, Andreas Aschenbrenner, Karl Märx; 2. Reihe: Centa Bachhuber, Hans Zahn, Fanny Nickl, H. Krauser, Elsa Tratz, Rich. Kettner, Anna Leidl, Anton Aschenbrenner, Resi Zacherl, Josef Hobl, Resi Prock; 3. Reihe: Josef Jäger, Konrad Ixmeier, Xaver Grünbeck, Elsa Keck, Egid Prock, Xaver Tischler, Willi Aschenbrenner, Alfons Brunner (stehend); unten: Richard Ihrler, Xaver Pfefferler, Josef Merkl, Andreas Bauer, Carl Tratz, Alois Brunner.

Jugendblaskapelle Dietfurt (gegründet 1925) im Tratzgarten beim Goggerturm. Von links (obere Reihe): Adolf Krauser, Sebastian Deisenrieder, Xaver Pfefferler, Baptist Hutter, Xaver Herrler, Karl Märx. 2. Reihe: Karl Semmler, Ernst Göpfert, Hans Märx, Hans Götz, Ludwig Jäger, Karl Müller. 3. Reihe: Trommler Michael Fries, Willi Oexl, Josef Kuchlbauer, Anton Benz, Michael Weidinger, Albert Aschenbrenner, Michael Maget, Hans Igl; sitzend: Anton Prock, Andreas Schlierf, Dirigent Carl Tratz, Gottfried Moser, Georg Schall und Hans Zink (mit der großen Trommel).

Auch der Turnverein beteiligte sich damals an den zahlreichen Theateraufführungen. Unter der Leitung von Schneidermeister Seitz gab es z. B. 1931 das Stück „Henkersohn und Zigeunerin“. Oben: Andreas Roider, Pius Deisenrieder, Michael Schall, Sepp Schall, Ludwig Jäger; Mitte: Alfred Werle, Edi Donauer, Wally Mehringer, Richard Ihrler, Resi Hutter, Georg Hutter, Karl Märx, Sepp Jäger, Xaver Pfefferler, Clement Schmid; unten: Johanna Hutter, Anni Oexl, Joh. Rauscher, Hans Werle, Wally Mürbeth, Hans Kuchlbauer, Friedl Werle, Carl Tratz, Elsa Tratz, Hans Bayer (Konditor), Sabine Werle und Anna Werle.

1937 veranstaltete der Turnverein einen Umzug zum Erntedankfest. Die Aufnahme entstand vor dem Lagerhaus Pollinger (heute Disco) an der Hauptstraße. Von links: Fanny Deisenrieder, Georg Schall, Walburga Ihrler, Edi Donauer, Lina Rengnath, Egid Reinbold, Mina Hutter, Hans Kuchlbauer, Bertl Donauer, Ida Schrott, Michael Schall, Maria Guggenberger, Pius Deisenrieder, Wally Mürbeth, Wittmann, W. Kurzendorfer.

Auch in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg waren es wieder musikalische Aufführungen und Theaterdarbietungen, die in erster Linie das gesellschaftliche Leben Dietfurts prägten. Das Bild zeigt die Darsteller des Theaterstücks „Die Seemannsbraut“ 1951, gespielt von der Kolpingsfamilie. Oben: Albert Schmid, Adolf Kerschensteiner, Xaver Semmler, Michael Guggenberger; Mitte: Anton Eibner, Johann Graf, Hedwig Werner, Jakob Meier, Regina Mittermeier; unten: Xaver Grünbeck, Andreas Huber, Benno Prock (Lidlbauer).

Fahnenweihe des Gesangvereins auf dem Marktplatz am 22. Juni 1952. Fahnenabordnung von links: Xaver Meid, Adolf Kerschensteiner und F. X. Schneeberger (Rektor a. D.).

Nach dem Krieg gab es mehrere Jahre lang auch einen Segelfliegerclub. Nach einjähriger Arbeit (unter Leitung von Adolf Pöselt) erhielt am 20. Oktober 1953 der Segelschulgleiter SG 38 die kirchliche Segnung. Er wurde von Selma Siebenwurst auf den Namen Dietfurt getauft. Nach der Taufe von links: Schels, Lenhart Willi, Jaroslav Zahrubsky, Josef Wenzel, Ludwig Gmelch, Karl Weigert, Otmar Weigl, Mitteldorf, auf dem Pilotensitz Helga Schmid, Josef Lenyk, Willi Senf, Willi Rauschnabel (Vorsitzender), Anton Krämer, Alfons Bartsch.

Jugendarbeit war in der Pfarrei Dietfurt nach dem Krieg ganz groß geschrieben. Besonders beliebt waren die alljährlichen Zeltlager, die stets mit dem Fahrrad (oft mit mehrtägigen Anfahrten) angesteuert wurden, meist unter der Leitung von Anton Baier. Auf dem Bild die Pfarrjugend Dietfurts vor der Pfarrkirche von Zwiesel im Bayerischen Wald.

Ein besonderes Vergnügen war für Kinder und Jugendliche das „Beckenbauerkarussell“, das alle Jahre an Portiunkula auf dem Marktplatz aufgestellt wurde.


Bobfahren war eine der liebsten Freizeitbeschäftigungen der Jugend in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg im Winter. Vor allem durch den Hohlweg in der Hainsberger Schlucht ging es in sausender Fahrt hinab, weiter durch die Kellergasse, bis fast vor das Rathaus. Die Bobs wurden teils durch ein Seilzugsystem gesteuert, teils hatten sie sogar richtige Steuerräder. Eine wichtige Aufgabe hatte hinten der Bremser. Die Fahrzeuge trugen alle ihre Namen: Hafner-Bob, Baier-Bob, Kammerl-Bob… Auf dem Bild der Hafner-Bob mit Heiner Straßer, Adolf Kerschensteiner, Gertrud Roscher, Hans Geyer, Mathild Straßer und Karl Irrler (Hafner).
Aus: Dietfurt a. d. Altmühl - …es war einmal, Text und Bildauswahl Franz Kerschensteiner und Hans Hutter (Horb am Neckar 2004) 3. erweiterte Aufl.

Die Musikhochburg Dietfurt. In einer Urkunde von 1633 werden bereits "Singknaben" erwähnt. Über mehrere Jahrhunderte erstreckt sich das Archiv "Musik und Gesang" in der "churfürstlichen Gränzstadt Dietfurth". Ein bekannter Kirchenmusikkomponist war der in Dietfurt geborene Laurentius J. Ott (1748-1805).
Anlässlich des 65. Gründungsfestes des Gesang- und Musikvereins am 21. Juni 1952 fand im Oexlsaal ein Festabend statt. Musikalischer Leiter war Eduard Reichert(1952-1954). U. a. mit dabei eine Zithergruppe. Von links: Hutter Theo, Welzel Josef, Baier Josef und Roider Alois.

Auf die Blasmusik wird in Dietfurt sehr viel gehalten. So wurden nach der ehemaligen Stadtkapelle die "Siebentälermusikanten" über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt. Das Bild zeigt Seniorenmitglieder der Stadtkapelle zu Weihnachten 1978. Von links: Pfefferler Xaver, Bachhuber Egid (Gast und zugleich Namensgeber der "Siebentälermusikanten"), Semmler Karl, Bachhuber Anton (Vorstand), Märx Karl, Zacherl Gust und Seniorenwirtin Mehringer Theres geb. Sterr.

Auch Stammtischgruppen spielten und spielen im gesellschaftlichen Leben Dietfurts eine Rolle. So hatte sich z. B. der 1972 gegründete Wum-Club vor allem sozial engagiert. Er spendete im Laufe der Jahre über 67000 DM aus Christbaumversteigerungen an verschiedene soziale Einrichtungen des Umkreises. Daneben betreute er viele Jahre auch Behindertengruppen der verschiedenen Lebenshilfen bei ihrem Aufenthalt in der Jura-Pension in Dietfurt. Als sich der Wum-Club 2001 aus verschiedenen Gründen auflöste, wurde der Schlusskassenbestand von 832,82 DM der Kosovohilfe Dietfurt überreicht.
Auf dem Bild die Feier des 10jährigen Bestehens. Links: Stadtrat Anton Graf und Hans Guggenberger. Rechts: Bürgermeister Rupert Faltermeier und Helmut Baumer. Guggenberger und Baumer gehörten von Anfang an zum Wum-Club.

Das Elend des Zweiten Weltkrieges fand für viele Soldaten in der Kriegsgefangenschaft seine Fortsetzung. Für viele wurde es ein jahrelanges Martyrium. So konnten in Dietfurt erst 1953 die letzten freigelassenen Kriegsgefangenen empfangen werden. Neben Josef Irrler (Bildmitte mit Vater und Bruder Karl Irrler) wurden Hans Wurm und Josef Fanderl erst nach 8jähriger russischer Gefangenschaft entlassen.

Zu den ältesten Vereinen der Stadt gehört der am 4. Juli 1880 gegründete Krieger- und Veteranenverein. Dr. Anton Eschwig war Gründungsvorsitzender. Heutiger Vereinsname ist die "Krieger- und Soldatenkameradschaft Dietfurt und Umgebung".
Fahnenabordnung bei der Totenehrung 1965 am Kriegerdenkmal in Dietfurt von links: Guggenberger Michael, Mauderer Karl, Kurzendorfer Bartholomäus und Kranzträger Schmid Egid und Richter Josef. Dahinter Vorstand Gärtner Benz Josef und 1. Bürgermeister Oexl Alfons.
Einen enormen Einwohnerzuwachs konnte Dietfurt nach dem Zweiten Weltkrieg durch Flüchtlinge und Vertriebene erfahren. Waren 1939 noch 1185 Einwohner gemeldet, so waren es 1950 bereits 2058 Bewohner. In beengten Wohnräumen waren die Familien (auch z. T. im Franziskanerkloster) untergebracht. Erst 1962 zog dort die letzte Person aus.
Das Bild zeigt Heimatvertriebene und Flüchtlinge 1962 an der Zonengrenze. Von links: Bender Michael, Beck Paula, Griebsch Karin, Schwarz Maria, Schmiedl Rosa und Gatte Ernst (langjähriger Stadtrat). Vorne: Bender Annemarie, Unbekannt, Müller Cäzilie mit Mutter Grämling Amalie.
Aus: Dietfurt a. d. Altmühl - ...es war einmal, Text und Bildauswahl Franz Kerschensteiner und Hans Hutter (Horb am Neckar 2004) 3. erweiterte Aufl. |