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  Zwei große Töpfe  
     
 

Vorratsgefäß und Urne

 

Als Bagger und schwere Planierraupen begannen, den Humus von der Großbaustelle abzuschieben, wurden diese Arbeiten auch außerhalb des eigentlichen archäologischen Grabungsgebietes von Grabungstechniker Seliger laufend überwacht. Dabei kam in 40 bis 50 cm Tiefe ein vollständig erhaltenes Vorratsgefäß aus Ton zum Vorschein, dessen Bergung sich äußerst schwierig gestaltete. Da die Außenwand von zahlreichen Rissen durchzogen war, wurde um das Gefäß vorsichtig ein Graben gezogen und ihm anschließend noch im Boden eine Bandage angelegt, um es dann samt seinem Inhalt unbeschädigt zu bergen.

 

 

Die Archäologen arbeiten im Lärm zwischen schweren Baumaschinen. Vorsichtig wird das bandagierte Vorratsgefäß geborgen.

 

Foto: Peschek. Im Donau-Kurier am 27.07.1979

 

Der schönste Fund war neben so genanntem "Hüttenlehm" mit typischen Abdrücken vom Weidengeflecht des Hauses eine vollständig erhaltene Urne, mit der vor 3000 Jahren Leichenbrand (die bei der urgeschichtlichen Leichenverbrennung zurückgebliebenen, nur noch aus Kalk bestehenden Knochenteilchen) bestattet wurde. In guter Zusammenarbeit mit der zuständigen Baufirma und der RMD-Gesellschaft blieb den Archäologen genügend Zeit, um die Gefäße auch im "Nichtgrabungsbereich" fachgerecht zu bergen.

 

 

Grabungstechniker Seliger strahlt: Soeben wurde die vollständig erhaltene Urne freigelegt.

 

Die beiden beschriebenen Gefäße kamen nach Kelheim, wo sie sofort restauriert wurden und ihr Inhalt untersucht wurde.

In mehr als 150 Arbeitsstunden gelang es den Restauratoren, den mit Bandage aus dem Boden geborgenen Behälter in seiner ursprünglichen Form wiederherzustellen. Fehlende Teile wurden durch Gips ergänzt. Wie gut die "Urdietfurter" schon vor 3000 Jahren die Kunst des Töpferns beherrschten, zeigen die gewaltigen Ausmaße des Fundstücks. Allein seine Höhe beträgt 54 cm. Nach den Worten von Dr. Engelhardt wurde selbst bei den umfangreichen Kelheimer Ausgrabungen noch kein Gefäß in diesem Ausmaß geborgen.

Schon der schmale Fuß zeigt, dass es nicht für den freien Stand bestimmt war. Bereits seine früheren Besitzer hatten es als Vorratsgefäß für Getreide in den Lehmboden eingegraben, aus dem es nach 3000 Jahren durch die Bauarbeiten am RMD-Kanal wieder ans Tageslicht kam.

Der Grabungsleiter freute sich, im September 1979 das restaurierte Gefäß im Rathaus dem 2. Bürgermeister Alois Hengl überreichen zu können.

 

 

Links der Grabungsleiter Dr. Engelhardt, dann der Baubevollmächtigte der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nürnberg, Dipl.-Ing. Schellmoser bei der Bewunderung des restaurierten Gefäßes, dessen Scherben die Grabungstechniker (rechts) geborgen hatten.

 

 

Freut sich über das restaurierte, 3000 Jahre alte Vorratsgefäß, das bei Dietfurt gefunden wurde: 2. Bürgermeister Alois Hengl (rechts), dem Dr. Engelhardt und Grabungstechniker Seliger das interessante Stück im Rathaus überreichten.

 

 

Text und Fotos (ohne Angabe) Franz Kerschensteiner

Teilweise veröffentlicht im Donau-Kurier am 27.07.1979 und 22.09.1979

 

 

 
     
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