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  Das Schleusenwärterhaus Nr.14  
     
 

Kulturgeschichtlichem Kleinod am Ludwig-Donau-Main-Kanal

wird zu neuem Glanz verholfen

 

69 solcher Schleusenwärtergebäude standen einst entlang der Kanalstrecke zwischen Kelheim und Bamberg. Von ihnen aus bedienten die Schleusenwärter mit ihren Familien und Gehilfen die Schütze von 100 Schleusen und ermöglichten damit von 1843 bis 1950 den Schiffsverkehr zwischen der Nordsee und dem Schwarzen Meer.

Im Auftrag von König Ludwig I. von Bayern besorgten die königlichen Bauräte Heinrich Freiherr von Pechmann und Leo von Klenze die Architektur der Schleusenhäuser nach einem einheitlichen Muster. Grundrissspiegelungen und Geländevorgaben erzeugten leichte Variationen.

 

 

In den 80er Jahren gingen die Schleusenhäuser Nr. 13 und 14 in den Besitz der Stadt Dietfurt über. Das Schleusenwärterhaus Nr. 13 wurde zusammen mit dem örtlichen Angelverein saniert, der das Gebäude seither nutzt.

Das Schleusenwärterhaus Nr. 14 wird derzeit zusammen mit ALCMONA (Förderverein vorgeschichtliches Erlebnisdorf Dietfurt e.V.) saniert.

Gut erhalten sind noch die profilierten Steingewände von Türen und Fenstern und die Dachkonsolen. Jahrelange unsachgemäße Ableitung des Regenwassers haben zu Setzungen und Schäden im Bruchsteinsockel geführt. Die Hölzer an den Fenstern, Türen und Böden sind teilweise schadhaft und werden möglichst originalgetreu wiederhergestellt.

 

 

 

   

 

Das Vorhaben ist Teil des Archäologieparks Altmühltal, der durch den Landkreis Kelheim mit Förderung aus LEADER+ Mitteln realisiert wurde. Dabei werden im unteren Altmühltal zwischen Kelheim und Dietfurt mit unterschiedlichen (Teil-) Rekonstruktionen die Vor- und Frühgeschichte dieses Raumes für Bildungs- und Tourismuszwecke authentisch aufbereitet.

 

Im Erdgeschoss des ehemaligen Schleusenwärterhauses sind sanitäre Anlagen, eine Küche und ein Aufenthalts- und Besprechungsraum zur Grundversorgung von Referenten, Akteuren und Besuchern vorgesehen. Eine Präsentation zu Gegenstand und Methoden der experimentellen Archäologie, audiovisuelle Medien zur Geschichte der Bronze- und Keltenzeit, sowie eine Dokumentation zu Grabungsgeschichte und Originalfundorten der in einem Modell dargestellten Rekonstruktionen sollen im Obergeschoss untergebracht werden.

Der gemeinnützige Verein ALCMONA e.V. errichtet und betreibt die Anlagen. Eigentümer des Gebäudes "Schleuse 14" und des umgebenden Grundstücks ist die Stadt Dietfurt, die Gebäude und Grundstück dem Verein zur satzungsgemäßen Nutzung überlässt.

 

 

Text und Fotos Horst Meier

In: Das Jurahaus (Hrsg.: Jurahaus-Verein), Nummer 15, 2009/2010 (Eichstätt 2009), S.66-67

 
     
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