Friedhofskirche St. Sebald
Das Kirchlein ist eine Stiftung des Eutenhofener Pfarrers Sebald Forchhammer, der am 16. Februar 1676 in Dietfurt geboren wurde. Sie war als Votivkirche gedacht. Anlass zu diesem Sakralbau war ein Augenleiden des Stifters, der sich nach eigener Erzählung „am 8. März 1736 vom Oculisten Joh. Adam Hege in Beilngries den Star“ hatte stechen lassen, ohne dass die gewünschte Besserung eingetreten wäre. Noch bei der Grundsteinlegung am 30. April 1736 konnte er weder lesen noch schreiben, während er bereits im Mai sein Augenlicht wieder völlig erlangt hatte. Der Bau des Gotteshauses ging rasch vonstatten, so dass Dekan Joh. Philipp Städler am 29. April 1737 die Benediktion des Kirchleins vornehmen konnte. Die Kosten des Baus beliefen sich auf 1477 Gulden. Pfarrer Forchhammer war sehr vermögend, wie die zahlreichen Spenden beweisen, mit denen er nicht nur die von ihm erbaute Sebaldkirche, sondern auch andere Kirchen bedachte. Begraben ist er in der von ihm erbauten Dietfurter Friedhofskirche.
Innenraum und Ausstattung
Eingezogener, dreiseitig geschlossener Chor. Flachdecke, auch im Langhaus. Hochaltar mit Bild des Hl. Sebald.
Am Triumphbogen rechts Grabstein des Stifters. Im Langhaus zwei Ölgemälde: St. Willibald mit Ansicht der Stadt Eichstätt (2. H. 18. Jh.) und ein Porträt des Stifters.
Die Idee, auch im „neuen“ Dietfurter Friedhof eine Kirche zu errichten, ist schon älter. Bereits der Dietfurter Pfarrherr Georg Perschl (gestorben 1615) gibt in seinem Testament „zu dem gotsacker St. Sebastiani (dem heutigen Friedhof), wann ein gotshaus erbaut würd, zur steur 10 Gulden“. Um diese Zeit muss auch der Friedhof selbst errichtet worden sein, denn noch 1602 erwähnt ihn Generalvikar Priefer in seinem Visitationsprotokoll nicht. Damals wurden nach seinen Worten alle Erwachsenen Dietfurts im Friedhof an der Marienkirche begraben, obwohl er sehr klein war. Er bemerkt weiter: „Bei Pestzeiten ist er sogar dann noch gefährlich, wenn man den bei der Pfarrkirche mitbenützt.“ Die Dietfurter Kinder begrub man in einem eigenen Kinderfriedhof bei der ehemaligen Salvatorkirche. Der ursprüngliche Dietfurter Friedhof lag bei der Pfarrkirche, der aber schon um 1600 nach den Worten Priefers normalerweise nur noch in Pestzeiten, wenn es viele Tote gab, mitbenutzt wurde.
Außer dem Friedhof bei der 1980 neu renovierten Sebaldkirche gibt es in Dietfurt heute noch den kleinen Klosterfriedhof für die verstorbenen Patres und Brüder des Franziskanerklosters.
Zusammengefasst aus: Dietfurt an der Altmühl; Schnell, Kunstführer Nr. 1211, Herausgeber Dr. Hugo Schnell und Dr. Paul Mai, 1. Auflage (München 1980) S. 12 sowie einem Artikel von Franz Kerschensteiner,
veröffentlicht im Donau-Kurier am 15.11.1980 |