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Gewaltig viel Schnee
Auf mächtige Schneemassen traf die kleine Horde Cernunnos Keltoi, die mit viel Engagement das Leben der Kelten nachempfinden, an ihrem Winterwochenende Mitte Februar im Alcmona-Haus.






Cernunnos marschieren zu Alcmona
Feste Trommelschläge, kräftige Hörnerklänge und laute Bravorufe, es ist geschafft: Die Cernunnos Celtoi aus der Gegend von Treuchtlingen sind nach einem fünftägigen Fußmarsch am Langhaus der Alcmona in Dietfurt angekommen. Die Leiterwagen werden abgestellt und man beglückwünscht sich zum Erfolg. Häuptling Borrudacru gießt süßen Honigmet in ein Trinkhorn, schüttet einen kleine Schluck auf Mutter Erde und ruft: "Für die Götter und Dank für die glückliche Reise!" Er nimmt einen Schluck, reicht das Horn weiter und reihum die gleiche Prozedur. Warum haben die zwanzig "keltischen" Männer, Frauen und Kinder diese strapaziöse Fußreise auf sich genommen? Die Meinung ist einhellig: Geschichte authentisch nachempfinden, erleben, ob es möglich ist, nur mit Ausrüstung wie es die Kelten hatten, zu einer anderen weit entfernten Gruppe zu ziehen. Vor fünf Tagen ging das Abenteuer los. Auf Leiterwagen kamen Verpflegung, Zelte, Stangen, Waffen, Kleidung und Werkzeug, dann zog die Truppe los nach Schernfeld. Die Frauen trugen ein Unter- und Überkleid, Wollstrümpfe, Lederschuhe ohne Sohlen, Schmuck wie Ketten oder Bänder dürfen nicht fahlen. Die Männer zogen Untergewand und Hosen an, darüber kam eine Tunika, der lederne Gürtel war bestückt mit Messer, Axt, Werkzeug und Horn. Bei Regen warfen alle einen Filzumhang über, auf dem die Wassertropfen gut abperlten. Bronzefibeln hielten die Kleidung zusammen. Querfeldein durch Wald und Flur ging es am ersten Tag mit strammem Tempo bis nach Schernfeld, wie der Druide berichtete. Regen und Kälte machten nichts aus, Räder der Leiterwagen gingen kaputt, wurden aber gekonnt repariert, am Abend richteten sie zusammen das Lager auf und am offenen Feuer kochten Frauen keltische Eintöpfe. Nasse Kleider wurden über einer Schnur zum Trocknen aufgehängt. Am Morgen gab es Kräutertee, Fladenbrot, geräucherte Würste. Das Lager wurde dann abgebrochen, man zog weiter, die kleine Gertrud hockte zwischendurch auf den kräftigen Schultern ihrs Papas und kundige Hände sammelten Kräuter und Blätter für einen leckeren Salat. Über Pfünz, Gungolding und Kinding erreichte der Stamm der Cernunnos das bronzezeitliche Langhaus der Alcmona. Eine Vorhut hatte bereits aus Karotten, Thymian, Honig, Zwiebeln und Fleischstücken keltisches Gulasch gekocht, dazu gab es frisch gezupften Löwenzahnblattsalat und Quark. Man unterhielt sich prächtig und besprach in allen Einzelheiten die Reise, bevor man unter dem Schutz des gefiederten Sonnengottes auf die Lager im Alcmonahaus fiel. Aber die Cernunnos Celtoi hatten den Beweis erbracht: Es war möglich, mit einer Ausrüstung, wie sie die Kelten hatten, weite Strecken zu bewältigen.






Text & Fotos Johann Grad |