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  Die Gröglinger  
     
 

Gröglinger Grafen herrschten von der Donau bis nach Roth

 

Vor über 800 Jahren war Grögling das Machtzentrum eines riesigen Gebietes, das sich von der Donau bis zur Schwarzen Laber und bis Roth erstreckte. Die erstmalige urkundliche Erwähnung des Ortes geht auf das Jahr 1098 zurück, als sich die Grafen von Grögling erstmals so nannten. In diese Zeit dürfte auch die Erbauung des von zwei Altmühlarmen umflossenen Wasserschlosses fallen.
Im Jahre 1129 wurde von den mächtigen Herren aus Grögling als Stiftung das Kloster Plankstetten erbaut. Eingeweiht wurde das Kloster von Bischof Gebhard II., Graf von Grögling, der als 21. Nachfolger des Hl. Willibald in Eichstätt regierte. In den Jahren 1196-1223 hatte nochmals ein Gröglinger, und zwar Hartwig Graf von Grögling, als 27. Nachfolger des Hl. Willibald den Eichstätter Bischofsstuhl inne. Im Jahre 1170 erfolgte die Verleihung der Gaugrafenschaft. Damit war Grögling zum politischen Mittelpunkt des eingangs bezeichneten Gebietes geworden. Den mächtigen Herren wurde das Wasserschloss alsbald zu klein, und sie erbauten in den Jahren 1170 bis 1205 das Schloss Hirschberg. Ab dem Jahre 1205 nannten sie sich auch Grafen von Hirschberg.
In den Folgejahren begann nun der langsame Machtverfall des Grafengeschlechtes der Gröglinger und Hirschberger. Der letzte Graf von Grögling, Gebhard V., hatte keine Nachkommen, und so sahen vor allem seine Gegenspieler, die Grafen von Wildenstein, die Möglichkeit, ihren Einfluss auszudehnen. Sie griffen im Jahre 1301 die Gröglinger an. Bei diesem Angriff dürfte auch das Wasserschloss in Schutt und Asche gefallen sein. Die Gründung Bayerns im Jahre 1305 war zugleich das Ende der Gröglinger, Hirschberger und Dolnsteiner Grafen.

Grögling hatte sechs Anwesen, drei Fischgüter, ein Förstergut, ein Weingut und ein Kleingut. Im wesentlichen bestehen diese Anwesen auch noch heute. Auch die Einwohnerzahl des kleinen Altmühlortes hat sich nicht geändert, sie bewegte sich im Verlauf der Jahrhunderte immer um die 30 Einwohner. Zwei Familiennamen sind lückenlos bis ins 17. Jahrhundert zurückzuverfolgen. 1806 wurde Grögling eine eigene Gemeinde, 1811 kam das Dorf zur Gemeinde Amtmannsdorf und 1868 wurde die Gemeinde Vogelthal-Grögling gegründet.

Auch über die Filialkirche Grögling gibt es eine Reihe von Aufzeichnungen, wie zum Beispiel den Bericht von einer Visitation aus dem Jahre 1601, wo das Kirchlein nur mit einem Kahn erreichbar war und in einem sehr schlechten Zustand vorgefunden wurde. Auch weitere Berichte fallen nicht gut für die Filialkirche, die Gröglinger Bürger und den verantwortlichen Pfarrer aus. So schreibt Dekan Mauk aus Berching im Jahre 1688 über den Messnerdienst, der alle 14 Tage wechselte: "Wenn alle pflegen, ist keiner Pfleger." In den Jahren 1780 bis 1783 wurde dann die Kirche renoviert und erweitert. Weiter wird berichtet, dass jährlich am Schauerfreitag bis zu 15 Pfarreien nach Grögling pilgerten. 1835 wurde die Wallfahrt dann verboten. 1983 wurde das Kirchlein zum 200jährigen Bestehen mit einem Kostenaufwand von 80000 Mark renoviert, so dass am 14./15. August die 200-Jahr-Feier gebührend begangen werden konnte.

 

                      

 

80000 Mark investierten die Gröglinger in die Renovierung der Filialkirche.

 

 

Inhalt nach Franz Kerschensteiner, Foto Stephan

Veröffentlicht im Donau-Kurier am 28. Juni 1983

 
     
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