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  Henkelbecher  
     
 

Alcmona-Henkelbecher

Vor über 4000 Jahren stellten geschickte und kunstfertige Hände aus Ton einen Henkelbecher her. Neben anderen Gegenständen wurde er dann in ein Grab gelegt. Als 1996 beim Bau der Dietfurter Umgehungsstraße die Trasse nahe der Einmündung Dietfurt-Parsberg archäologisch untersucht wurde, kam der Becher bei Grabungen wieder ans Tageslicht. Er war etwas beschädigt, Form und Verzierungen waren jedoch gut erhalten. Archäologe Friedrich Loré barg ihn und untersuchte wissenschaftlich das gute Stück. Es handelt sich um einen Henkelbecher der Glockenbecherkultur, die etwa 2500 v. Chr. bestand. Diesen Namen hat das Gefäß, da es der Form einer Glocke ähnelt. Verbreitet war diese Kultur in Europa, jedoch nicht im Norden des Kontinents. Etwas Besonderes an diesem Henkelbecher ist die aufwändige Verzierung mit Zierzonen über den gesamten Gefäßkörper. Das Dekor besteht aus Einstechreihen mit geometrischen Mustern wie Zickzacklinien und senkrechten Borten sowie Zonen mit teppichartiger Einstichverzierung. Im Museum im Hollerhaus fand der Becher seinen Platz.
Bei einem Workshop am Langhaus der Alcmona mit Töpferin Helga Loré versuchten einige Teilnehmer anhand von Fotografien den Becher herzustellen. Man kam dem Original zwar nahe, es blieb aber beim Versuch. Um den Henkelbecher ganz genau zu rekonstruieren, musste die neueste und beste Technik her. Alcmona Vorsitzender Horst Meier holte die Firmen "Messtechnik Klärig" und "Modellbau Siebenwurst" zu Hilfe. Volker Klärig und ein Mitarbeiter vermaßen den Becher und stellten digitale Rohdaten her. Die Firma Siebenwurst bereitete diese Ergebnisse noch weiter auf und schuf daraus ein Kunststoffmodell im Maßstab 1:1. Dieses Modell brachte man in eine Töpferwerkstatt von Regens-Wagner in Ungarn. Dort gossen dann die Mitarbeiter die Becher, die in allen Einzelheiten aussehen wie das Original. Beide Unternehmen freuten sich, mit ihrer Technik die Rekonstruktion des Bechers ermöglicht zu haben. Bei Veranstaltungen der Alcmona können diese "alten" Becher benützt und auch erworben werden.

                       

                       

Roland (l.) und Christian Siebenwurst (r.) "stoßen" mit den rekonstruierten Glockenbechern an zur Freude von Seniorchef Leonhard Siebenwurst und Alcmonavorsitzendem Horst Meier.

 

 
     
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