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  Mistletoe & Ivy  
     
 

Konzert von Mistletoe & Ivy

Das hat gut zusammengepasst: Irish Folk von MistleToe and Ivy  vor fachkundigem Publikum im bronzezeitlichen Langhaus der Alcmona. Dicht gedrängt saßen die Zuhörer auf langen Bänken, klobigen Truhen, mittelalterlichen Hockern und sogar auf der breiten Stiege. "Ist oben auch noch jemand?", erkundigte sich Robert Hasleder und war mit dem Nein zufrieden. Ihm und seinen Musikerkollegen Stephan Huber und Franz Nagler machte es nichts aus, wenn manche Fans arg nah an sie heranrückten. "Man kann mit ihnen gut in Kontakt treten", freute sich Stephan Huber. Schon die ersten Gitarrenklänge entzückten und das Publikum ging gleich mit, wippte mit den Füßen und  bewegte sich im Rhythmus. Balladen aus Irland, Songs aus Amerika, schottischer Folk, einige bekannte Klassiker, alles authentisch gesungen und gespielt, das versetzte die Zuhörer in richtige Stimmung. Klatschte und sang es dann noch mit, fühlte man sich gleich in einem dunstgeschwängerten  irischen Pub. Eher beiläufig spielte die  Gitarre oder die Bouzouki ein paar Sequenzen, die Bodhrán, die irische  mit Ziegenfell bespannte Trommel, verstärkte den Rhythmus, Robert Hasleder nahm noch einen Schluck Bier, dann schloss er sich mit Banjo oder Mandoline an und ab ging der Song, viele Hände klatschten und nach dem letzten Akkord brandete Beifall auf. In den Pausen konnte man sich bei Guinness und Brot mit Griebenschmalz oder anderen leckeren Sachen stärken, am Lagerfeuer unterhalten oder am Ludwigskanal die Musik nachklingen lassen. Robert Hasleder führte durch das Programm, erzählte kleine Geschichten, etwa über irische Auswanderer und dass  Kinder und Eltern oft getrennt wurden:  Lost little children, eine traurige, zu Herzen gehende Ballade. Bekannte Songs wie  "Cecilia" von Simon and Garfunkel, Bob Dylans "Mr. Tambourin Man" lockerten die Stimmung wieder auf. Rassige Lieder aus Schottland von Schafen und Whiskey entführten an das raue Nordmeer, "wo der Wind die Touristen fast wieder ins Meer weht", wie Hasleder feixte. Die drei Musiker verstehen sich blind, wenn sie mit perfekter Technik musizieren oder ihre samtenen Stimmen a-capella erklingen lassen. Dann müssen die Zuhörer wieder mitsingen und der Refrain "I feel so near" gelingt immer besser. "Das klingt so toll, da lacht der Kelte", loben die drei Musiker ihr Publikum. Gleich setzten sie noch einen drauf: "Whiskey makes all so clear!". Ein Wink mit dem Zaunpfahl an die Leute von Alcmona! "Whiskey heißt auf keltisch: Wasser des Lebens", meint Hasleder und Huber wundert sich: "Jede Menge Einbäume hier, aber...". Ganz ruhig wird es jetzt bei "Streets of London" von Ralph McTell. Viele singen leise mit, melancholisch setzen Mundharmonika oder Flöte ein, Gänsehaut-Feeling macht sich breit. Frenetischer Beifall und dann kommt, woran keiner der Musiker mehr glaubte: Whiskey aus Schottland! Jetzt geht es noch einmal zur Sache, schnelle, flotte Sachen zur Zugabe, dann sind die Musiker weg und das Haus leert sich. "Das hat Atmosphäre hier", meint Stephan Huber und Franz Nagler sinniert: "Draußen spielen wär toll, vor dem Haus, Lagerfeuer, Wasser daneben." Kein Problem, MistleToe and Ivy können jederzeit wieder kommen und musizieren.

 
     
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