1523
Argula von Grumbach, Gattin des Pflegers zu Dietfurt, korrespondiert mit Martin Luther. In Briefen an die Universität Ingolstadt und an Herzog Wilhelm von Bayern, sowie in einem 575 Zeilen umfassenden Gedicht setzt sie sich für die Reformation ein. Ihr Mann verliert deswegen den Posten als Pfleger.
1525
Bauernkrieg: Der Dietfurter Pfleger Erhard von Muggenthal ist maßgeblich an der Niederschlagung des Bauernaufstandes beteiligt. In Eilmärschen waren innerhalb von drei Tagen 40 böhmische Reiter und 300 Landsknechte mit mehreren Geschützen von Dachau nach Dietfurt verlegt worden, Sie verhinderten die Erstürmung der Stadt durch die Aufständischen.
1540, 16. Januar
Dietfurt wird eigene Pfarrei. Bischof Moritz von Hutten trennt die Stadt von der Mutterpfarrei Kottingwörth ab. Der Name des ersten Pfarrers ist unbekannt.
1633, 17. Mai
Der schwedische Überfall: Die Stadt wird am Pfingstsonntag von schwedischen Truppen eingenommen und drei Tage lang geplündert. Alle Pferde und Kühe werden fortgeführt, die Kirchen beraubt und umgegraben, den Bewohnern alle Wertsachen genommen und zahlreiche Bewohner getötet oder als Gefangene verschleppt.
1633, 15. Juli
Dietfurt wird von kaiserlichen Truppen unter Generalfeldmarschall Graf von Alderney überfallen. Die Soldaten nehmen noch mit, was die Schweden übrig gelassen hatten. Frauen und Mädchen werden vergewaltigt, 11 Bewohner getötet, 99 zum Teil schwer verwundet und 34 Frauen und Mädchen beim Abzug der Truppen verschleppt. Die Plünderung dauert bis zum 24. Juli.
1638
Die etwas eingeschlafene Sebastiansbruderschaft wird von Stadtpfarrer Groß und dem Rat der Stadt neu belebt. Die Urkunde ist erhalten.
1658
Der Dietfurter Bürgermeister und Gastwirt Johann Huebmer schenkt den Franziskanern einen drei Tagwerk großen Garten an der Laber zur Erbauung eines Klosters.
1660
Der Grundstein zum Franziskanerkloster wird durch den Fürstbischof von Eichstätt gelegt, der mit 60 Personen aus Eichstätt kommt. Die drei Franziskaner Jodocus Pfleger, Raphael Sutor, Longinus Dallmayr nehmen bis zum Klosterbau Wohnung im Stadtschreiberhaus und halten in der Frauenkirche Gottesdienst. Baumeister der Kirche und des Klosters ist der bekannte Ordensbaumeister Frater Hugolin Partenhauser.
1665
Die Franziskaner beziehen den fast fertigen Klosterbau.
1667, 3. Juli
Einweihung der neuen Klosterkirche durch Weihbischof Benz aus Eichstätt. Der erste Guardian ist Pater Antonius Jungwirth.
1673
Etwa 60 Einwohner Dietfurts sterben an einer pestartigen Seuche, die nach dem Abzug mehrerer Tausend bayerischer Soldaten, die hier lagerten, ausbrach. In der Pflege der Kranken leisten die Franziskaner Vorbildliches.
1680
Erstmals werden die Ölbergspiele in der Klosterkirche aufgeführt. Mit einer kurzen Unterbrechung in den Jahren der Säkularisation finden sie seitdem alljährlich statt.
1703, 4. März
Auf dem nahen Weinberg kommt es im Zusammenhang mit dem Spanischen Erbfolgekrieg zu einer Schlacht zwischen bayerischen und österreichischen Truppen. 103 tote bayerische Soldaten begräbt man nach dem verlorenen Gefecht in Massengräbern an Ort und Stelle.
1703, 6. März
Die kaiserlichen Truppen besetzen Dietfurt mit etwa 250 Mann. Am 4. April ziehen sie wieder ab.
1703, 18. November
Um sechs Uhr morgens greifen wieder kaiserliche Truppen Dietfurt an, durchbrechen die Tore, plündern, töten drei und verletzen viele Bewohner, darunter den Stadtpfarrer. 29 Häuser gehen in Flammen auf.
1704
Dietfurt wird vom Kaiser dem Reichsvizekanzler Graf von Schönborn als unmittelbare Herrschaft verliehen.
1714
Im Rastatter Frieden kommt die Stadt an Bayern zurück
1733
In diesem Jahr beginnt der Umbau und die Erweiterung der gotischen Pfarrkirche nach den Plänen des Eichstätter Hofbaudirektors Gabriel de Gabrieli. Die Leitung der Arbeiten hat Domenico Barbieri. Die Baukosten belaufen sich auf 2650 Gulden.
1736, 29. September
Konsekration der barockisierten Pfarrkirche durch den Eichstätter Weihbischof Nieberlein.
1736
Der Eutenhofener Pfarrherr Sebald Forchhammer (geb. 1676 in Dietfurt) erbaut auf eigene Kosten die Friedhofskirche St. Sebald als Votivkirche. Anlass war ein schweres Augenleiden des Stifters.
1748, 18. Dezember
Anton Werner wird in Dietfurt geboren. Als Benedikt Werner ist er der letzte Abt zu Weltenburg vor der Säkularisation. Er stirbt am 20. Oktober 1830 in München. In der Pfarrkirche Dietfurt wird heute noch ein von ihm gestifteter Kelch aufbewahrt.
1766
Die zu klein gewordene Kirche des Franziskanerklosters wird an der Portalseite verlängert, darüber der Mönchschor errichtet und daneben die Bibliothek angebaut.
1782
Dietfurt erhält eine erste Feuerspritze.
1789
Dietfurt erhält seine erste Apotheke, die Josef Mayer, "der Arznei Wissenschaft Candidat und Apotheker" vormals Ingolstadt, einrichtete. Schon vor zwei Jahren von der Stadt beantragt, traf die Genehmigung jetzt ein.
1803, 9. Februar
Der Riedenburger Landrichter Gruber erscheint im Kloster, um die Säkularisation vorzubereiten. Dietfurt wird zum Zentralkloster erklärt, in dem die alten Franziskaner bis zum Tode bleiben sollen.
1805
Erbauung eines neuen Schulhauses im vorderen Teil des ehemaligen Klostergartens.
1806
Die Salvatorkirche wurde auf Anordnung der königlichen Regierung verkauft und der Erlös zum Schulhausbau im Klostergarten verwendet. Die Kirche selbst wurde in ein Wohnhaus umgebaut.
1808
Neueinteilung Bayerns: Das Königreich Bayern wird in 15 Kreise eingeteilt. Unser Gebiet, das Landgericht Riedenburg, kommt zum Altmühlkreis.
1810
Neueinteilung Bayerns: Das Königreich Bayern wird jetzt in nur noch 9 Kreise eingeteilt. Unser Gebiet, Landgericht Riedenburg, kommt zum Regenkreis.
1827
Die Stadt zählt 900 Einwohner. Es waren 12 Bierbrauer tätig.
1827, 16. März
Der Bürgermeister Werner Dürich und der Bierbrauer Anton Schneeberger erhalten in München persönlich die mündliche Zusicherung von König Ludwig I., dass das Dietfurter Kloster, in dem zu diesem Zeitpunkt noch zwei Franziskaner leben, weiter bestehen soll.
1830, 20. Oktober
Abt Benedikt Werner stirbt in München.
1833, 27. Mai
König Ludwig I. unterzeichnet das Dekret, das den Franziskanerkonvent von Dietfurt formell wiedererrichtet und zwar als Noviziatskloster der bayerischen Franziskanerprovinz.
1853
Dietfurt erhält eine Brief- und Fahrpostexpedition. Die Postomnibusverbindung (Pferdebetrieb) Saal - Kelheim - Riedenburg - Dietfurt - Beilngries nimmt den Betrieb auf.
1856
Das obere Stadttor wird abgebrochen.
1868
Der neu errichtete Kreuzweg am Kreuzberg wird geweiht.
1869, 30. November
Gründung der Freiwilligen Feuerwehr.
1871, Februar
Die Stadt kauft um 400 Gulden eine neue Feuerspritze für die Feuerwehr, die heute noch erhalten ist. Die alte von 1782 wird zum Metallwert verkauft.
1880
Abbruch des unteren Stadttores
1883
Auf dem Kreuzberg wird das eiserne Kreuz errichtet.
1883
Einrichtung der Kemetherstiftung, aus der das "Kapellmoidla"-Haus hervorgeht.
1896
Erbauung des Mädchenschulhauses und der Kinderbewahranstalt (heute städtisches Archivgebäude).
1897
Das elektrische Licht wird in Dietfurt eingerichtet, zunächst als Straßenbeleuchtung.

Ansicht des Marktplatzes mit dem alten "Feuerbächl"
1901
Dietfurt hat 1100 Einwohner.
1902
Umfangreiche Renovierungsarbeiten an der sehr schadhaften Klosterkirche. Die Decke wird durch den Kunstmaler Sebastian Wirsching aus München, einem geborenen Dietfurter, mit drei großen und sechs kleinen Gemälden versehen.
1904
In einem Aprilscherzartikel in der Zeitung taucht der Name "Kaiser des Reiches der Mitte" auf.
1907
Einrichtung des Telefons in Dietfurt.
1908
Der Distrikt Riedenburg mit Dietfurt scheidet aus dem Verwaltungsbereich des Bezirksamtes Beilngries aus und wird selbstständig.
1909, 11. September
Eröffnung der Bahnlinie Beilngries-Dietfurt. Um 8.54 Uhr trifft der erste, mit Blumen und Girlanden geschmückte Zug in Dietfurt ein.
1910
Errichtung des Antoniusbrunnens durch den Verschönerungsverein.
1915
Baubeginn der zentralen Wasserversorgung in der Stadt.
1927
Erbauung eines neuen Krankenhauses an der Stelle der abgebrannten Viertlmühle.
1931
Wegen des steigenden Kraftfahrzeugverkehrs und aus Gründen der Reinlichkeit auf der Hauptstraße hat in Zukunft das Viehaustreiben an den Sonn- und Feiertagen zu unterbleiben.
1935
Durch einen Blitzschlag brennt die Spitze des Pfarrkirchturms ab.
1943
Auf Befehl des Oberkommandos der Wehrmacht müssen fast alle Bronzeglocken für die Rüstung abgeliefert werden.
1945, 24. April
Amerikanische Truppen besetzen die Stadt, nachdem sie vorher vom Weinberg aus mit Artillerie in den Kirchturm geschossen haben. Ein deutsches Kommando sprengt noch, als die Amerikaner bereits den Marktplatz erreicht haben, die Rengnathbrücke über die Laaber. Deutsche Truppen beschießen die Stadt vom Schwedenberg aus. Treffer unter anderem in die Post und ins Polizeigebäude, heute Sparkasse. Eine Frau wird in der Bahnhofstraße getötet.
1954
Erstmals wird am Unsinnigen Donnerstag ein Kaiser gekrönt.
1954
Neubau der Dietfurter Volksschule, heute Kindergarten. Einweihung 1956. Bausumme 300000 DM.
1962
Errichtung des Chinesenbrunnens vor dem Rathaus. Künstler: Lothar Fischer.
1967, 1. Juni
Ein Kapitel Dietfurter Verkehrsgeschichte schließt sich: Um 15.26 Uhr dampft zum letzten Mal ein Zug mit drei Waggons voll Bundesbahninventar von Dietfurt nach Neumarkt.
1969, 21. September
Die neue Evangelische Friedenskirche wird mit einem Festgottesdienst ihrer Bestimmung übergeben.
1970
Einweihung des neuen Feuerwehrhauses der Stadt.
1971
Neubau der Hauptschule im Westen der Stadt. Einweihung 1976.
1974
Abbruch des Pfarrhauses. Neubau des katholischen Pfarrzentrums mit Pfarrhaus, Messnerhaus und Pfarrheim. Einweihung 1975.
1975, April
Das Dietfurter Krankenhaus schließt endgültig seine Pforten.
1975, 19. Juni
Ein neues Tanklöschfahrzeug der Feuerwehr wird geweiht.
1975, 16. Juli
Das neue Caritasaltenheim wird von Bischof Alois Brems feierlich eingeweiht.
1977, 27. Dezember
Im Kloster wird das Meditationszentrum eröffnet. Einweihung durch Bischof Alois Brems.
1980, 21. Oktober
Feierliche Einweihung der Dietfurter Kläranlage.
1982, 7. Dezember
Ein neues Feuerlöschfahrzeug wird feierlich gesegnet und der Feuerwehr übergeben. Kostenpunkt 215000 DM.
1985
Die Stadt Dietfurt kauft das Schloss in Töging, um es zu sanieren.
1987, April
Zum 100. Geburtstag von Balthasar Werner wird an seinem Geburtshaus am Premerzhofener Weg eine Gedenktafel enthüllt.
1987, November
Der Dietfurter Stadtrat beschließt endgültig den Bau einer Umgehungsstraße.
1988, Januar
Dietfurt feiert "550 Jahre Bruderschaft des Hl. Sebastian" mit großem Programm.
1988, März
Im Altmühltal herrscht ein "Jahrhunderthochwasser".
1990, 1. März
Ein Orkan verwüstet Süddeutschland und richtet auch in der Dietfurter Umgebung, vor allem in den Wäldern, verheerende Schäden an. Das Dach der Wallfahrtskirche Eichelberg wird von der herabstürzenden Turmkuppel durchschlagen.
1990, 4. März
Feierlich werden die neuen Glocken für die Pfarrkirche und die Glocke für die Klosterkirche auf dem Marktplatz geweiht.
1990, 8. April
Von 8 Uhr bis 9 Uhr wird aus der Hauptschulturnhalle in Dietfurt die Rundfunksendung "Grüße aus Bayern" live übertragen. Bei der anschließenden Palmprozession erklingen erstmals feierlich die neuen Glocken.
1990
Neuer Brunnen am Schauerturm in Betrieb genommen.
1992
Eröffnung des neuen Main- Donau-Kanals.
1993
Das Töginger Schloss ist renoviert.
1994
Einweihung der Güterlände Dietfurt.
2000
Die neue Umgehungsstraße wird eröffnet.
2003
Die neue Laberbrücke bei der Sebaldkirche (Rengnathbrücke) ist fertig.
2004
700 Jahre Marktrechte für Dietfurt: Festakt mit Vorträgen und historischem Spiel.
2007
Drachenbrunnen am Hollerturm (Folterturm) eingeweiht. Gestaltung Ute Mühlbauer. Bei der Inbetriebnahme "spuckte" er Rotwein.
Franz Kerschensteiner, Dietfurt